Am Sonntag überquerte Sturm EBERHARD Deutschland. Auf seinem Weg von Belgien nach Tschechien überzog er in einem etwa 200 km breiten Streifen Nordrhein-Westfalen bis Sachsen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Auch in großen Teilen des Südens der Republik wurden solche Windwerte gemessen. „Hohe Wertekonzentrationen in den betroffenen Regionen lassen einen Sachschaden von 600 Mio. Euro für die deutsche Versicherungswirtschaft erwarten“, sagt Onnen Siems, Geschäftsführer der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss aus Köln.

Die Intensität des Ereignisses wurde in den Prognosen lange Zeit unterschätzt. Erst am Sonntagmorgen erreichten die Warnungen das tatsächliche Niveau. „Eine geringfügig höhere Windgeschwindigkeit kann einen markant teureren Schaden bewirken“, erläutert Siems. Die Sachschäden beim Rosenmontagssturm BENNET vergangene Woche fielen mit 200 Mio. Euro deutlich niedriger aus. Bei BENNET hatten, im Unterschied zum aktuellen Sturm, nur rund 10% der Stationen des Deutschen Wetterdienstes (ohne Bergstationen) Böengeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr gemeldet. Bei EBERHARD waren es über 25%.

Im Vergleich zu anderen Stürmen in jüngerer Zeit stellt EBERHARD eine mittlere Ausprägung dar. „Betrachtet man die Windwerte von BENNET von vergangener Woche und von Sturm FRIEDERIKE vom Januar 2018, liegt die Intensität von EBERHARD zwischen den beiden“, unterstreicht Siems. Damit liegt EBERHARD in einem Bereich, wo ein Teil des Schadens von Rückversicherern übernommen wird.

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Die Sturmsaison des Winters 2018/19 hatte recht früh am 23. September mit Sturm FABIENNE begonnen. „Kleinere Ereignisse im Januar und nach BENNET im März lassen ein Sturmschadenaufkommen von rund 1 Milliarde Euro für die deutschen Versicherer in diesem Winter erwarten“, resümiert Siems. Es bleibt weiter stürmisch.

 

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Meyerthole Siems Kohlruss 

Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) wurde 1998 in Köln als erste deutsche aktuarielle Beratungsgesellschaft gegründet und begleitet Versicherungsunternehmen bei strategischen Entscheidungen und operativen Prozessen. Die Tätigkeitsschwerpunkte liegen in Datenpools, Tarifierung, Reservebewertung, Rückversicherung und Solvency II. Seit 2011 ist das Informationssicherheitsmanagementsystem von MSK nach ISO 27001 zertifiziert.

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