Björn Wichert, VersicherungsJournal.de, vom 3. Juli 2013

Die etwa 180.000 versicherten Schäden durch das Juni-Hochwasser kosten die deutsche Versicherungswirtschaft nach einer ersten GDV-Bilanz rund zwei Milliarden Euro. Trotz höherer Schadenzahl und -summe als bei der Elbe-Flut 2002 fällt der durchschnittliche Schaden aktuell geringer aus.

Bereits wenige Tage nach den Überschwemmungen in vielen Regionen Deutschlands hatte sich angedeutet, dass die versicherten Schäden größer als beim sogenannten „Jahrhunderthochwasser“ 2002 ausfallen (VersicherungsJournal 7.6.2013).

Die Prognosen zur Gesamtschadenhöhe hatten sich zwischen 2,5 Milliarden Euro durch die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK), bis zu drei Milliarden Euro durch Fitch Ratings und rund vier Milliarden Euro durch den Dienstleister Aon Holding Deutschland GmbH bewegt (VersicherungsJournal 14.6.2013).

Rund zwei Milliarden Euro versicherter Schaden

Die gestern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. veröffentlichte erste Schadenbilanz bleibt unter den oben genannten Summen, liegt aber über der Schadenbelastung durch das Hochwasser vor elf Jahren. Die Daten basieren auf hochgerechneten Angaben der Versicherungs-Unternehmen, die in den betroffenen Bundesländern hohe Marktanteile bei der Wohngebäudeversicherung haben und insgesamt 80 Prozent des deutschen Marktes repräsentieren.

Nach GDV-Angaben haben rund 180.000 versicherte Schäden zu einer Schadenhöhe von insgesamt rund zwei Milliarden Euro geführt. Bei der Elbe-Flut vor elf Jahren hatten sich die 150.000 versicherten Schäden auf rund 1,8 Milliarden Euro summiert. Das heißt, dass sich der durchschnittlich versicherte Schaden von rund 12.000 Euro im Jahr 2002 auf aktuell rund 11.100 Euro verringert hat.

Gründe für die Entwicklung

Dass die Schadenanzahl aktuell höher ausfällt, ist nach Einschätzung des Versichererverbandes darauf zurückzuführen, dass die Menschen ihre Häuser verstärkt gegen Überschwemmung abgesichert haben.

Das belegt auch die gestiegene Versicherungs-Durchdringung mit Elementarschaden-Deckungen, die seit 2002 von 19 Prozent auf 32 Prozent angestiegen ist. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind allerdings gewaltig und reichen von elf Prozent in Bremen bis zu 95 Prozent in der früheren Monopolregion Baden-Württemberg (VersicherungsJournal 26.6.2013).

Auf der anderen Seite hätten staatliche wie auch private Hochwasser-Schutzmaßnahmen dazu beigetragen, dass das Schadenvolumen nicht in gleichem Maße gestiegen sei, führt der Versichererverband als Begründung an.

Da heftige Starkregenfälle ursächlich für das Hochwasser 2013 gewesen seien, seien viele Schäden „weitab großer Flüsse entstanden. Deichbrüche und sehr hohe Pegelstände sorgten zudem für viele Schäden in bebauten Gebieten, die statistisch betrachtet nur alle 100 Jahre oder seltener vom Hochwasser betroffen sind“, stellt der GDV als weiteren Unterschied zum „Jahrhunderthochwasser“ 2002 heraus.


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