Von Jonas Tauber, Herbert Frommes Versicherungsmonitor, vom 2. April 2015

Es gibt erste Schätzungen, wie hoch die von den Stürmen „Niklas“ und „Mike“ verursachten Schäden für einzelne Versicherer ausfallen. Die meisten Gesellschaften rechnen momentan nicht mit einer allzu hohen Belastung. Die Zahlen dürften in den kommenden Wochen aber noch nach oben korrigiert werden, weil mit weiteren Schadenmeldungen zu rechnen ist. Eine Kölner Beratungsfirma schätzt den versicherten Gesamtschaden auf 700 Mio. Euro.

Aktualisierung vom 2.4., 15.55 Uhr: Die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss in Köln schätzt den versicherten Gesamtschaden durch „Niklas“ aufgrund eigener Berechnungen auf 700 Mio. Euro. „Das ist das Ergebnis einer Modellierung auf Basis unserer Datenpools, in denen mehrere Versicherer vertreten sind“, sagte Unternehmenssprecher Thilo Guschas dem Versicherungsmonitor.

Einige Versicherer haben ein frühes Fazit zu den Sturmschäden der vergangenen Tage gezogen. So gingen bei der W&W-Tochter Württembergische Versicherung bis zum Dienstagabend 330 Schadenmeldungen mit einem versicherten Gesamtschaden von 650.000 Euro ein. Die Gesellschaft hält das aber nur für den Anfang. Sie rechnet mit weiteren Schadenmeldungen nach den Osterfeiertagen.
Die Provinzial Nord hat bisher viele kleinere Schäden unter 1.000 Euro registriert, die vor allem Kunden aus dem südlichen und östlichen Schleswig-Holstein gemeldet haben. Der Versicherer erwartet, dass der Gesamtschaden für die Gesellschaft durch „Niklas“ höchstens 10 Mio. Euro betragen wird. Soviel musste die Provinzial Nord für die Stürme „Elon“ und „Felix“ im Januar 2015 zahlen.

Bei der Provinzial Rheinland sind bisher rund 7.200 Sachschadenmeldungen eingegangen. Sie betreffen fast ausschließlich Schäden an Gebäuden. Zudem registrierte der Versicherer knapp 250 Schäden an Autos. Die Gesellschaft geht von einem Gesamtschadenaufwand von 15 bis 20 Mio. Euro aus. Das sei kein Vergleich zu den Sturmschäden der vergangenen Jahre, so ein Sprecher. So zahlte die Provinzial Rheinland für „Kyrill“ 2007 rund 130 Mio. Euro und für „Ela“ 2014 rund 60 Mio. Euro.

Die VGH in Niedersachsen hat bisher vor allem Gebäudeschäden registriert. Außerdem gehe es um Aufräumarbeiten, etwa umgestürzte Bäume, die von Grundstücken entfernt werden müssen, sagte ein Sprecher. Der Versicherer geht von 15.000 Schäden mit einem Schadenvolumen von 13 Mio. Euro aus. Die Sparkassenversicherung hat bisher 5.000 Schäden mit einem Volumen von 10 Mio. Euro für ihr Geschäftsgebiet registriert, das Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Teile von Rheinland-Pfalz umfasst. Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass die versicherten Schäden noch steigen werden.

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