Integrationshaus eröffnet Willkommensbüro für Flüchtlinge

Kölner Wochenspiegel, vom 25. Mai 2016

Mehrere Tausend Flüchtlinge kommen jeden Monat nach Köln. Sie alle sind auf der Suche nach einem Start in ein neues Leben und haben dazu viele Fragen. Das Integrationshaus Kalk hat jetzt mit dem Willkommensbüro eine neue Anlaufstelle für all diejenigen, die in jüngster Zeit nach Deutschland gekommen sind, eröffnet. Für einen Besuch im Willkommensbüro, das freitags von 13 bis 15 Uhr und von 16 bis 18 Uhr geöffnet ist, braucht man keine Voranmeldung: "Dies ist ein niederschwelliges Angebot, wo man ohne Termin einfach vorbeikommen kann", erklärt Elizaveta Khan, Leiterin des Integrationshauses.
Vor Ort treffen die Rat suchenden Personen entweder auf die 31-jährige Jakleen Rafo oder den 18-jährigen Arnaud Tiendrebeogo: Die beiden stehen ihren Gästen als feste Ansprechpartner zur Verfügung und werden gelegentlich von Ghizlane Ouassou unterstützt. Alle drei haben selbst die Erfahrung der Flucht gemacht und sind Teilnehmer des Projekts "Sei dabei" des Integrationshauses, dessen Ziel es ist, ehrenamtliches Engagement zu fördern.

Rafo, die gebürtig aus dem Irak stammt, spricht fließend Deutsch, Arabisch, Armenisch und Englisch, während Tiendrebeogo, vor drei Jahren aus Burkina Faso nach Deutschland gekommen, neben Deutsch und Englisch auch Französisch und Mòoré, eine in seinem Heimatland weit verbreitete Sprache, beherrscht.

"Ich habe selbst erlebt, wie es schwer es ist, sich in Deutschland zu orientieren", erklärt der 18-Jährige seine Motivation für die Leitung des neuen Willkommensbüros.
Ebenso wie Jakleen Rafo und Ghizlane Ouassou ist Arnaud Tiendrebeogo hochmotiviert, allen Neubürgern beratend zur Seite zu stehen, beispielweise beim Ausfüllen von Formularen oder beim Gang zum Amt, um sich zu registrieren. Auch bei der Wohnungs- und Jobsuche sowie beim Schreiben des Lebenslaufes oder bei der Suche nach einem Sprachkurs stehen die drei unterstützend zur Seite.
Um diese Hilfe zu erleichtern, wurde im Integrationshaus extra ein neues Büro eingerichtet, in dem sich unter anderem ein Computer mit Internetanschluss und ein Kopiergerät befinden sowie Infomaterial ausliegt. Oftmals suchen viele geflüchtete Personen auch nach einem Gesprächspartner, um über Heimweh zu sprechen oder ihre Sorgen und Ängste zu teilen. "Das Willkommensbüro ist ein Ort, wo man über all dies sprechen kann. Wir haben ein offenes Herz, uns das anzuhören", sagt Khan.

Finanziell ermöglicht wurde das Willkommensbüro durch die erfolgreiche Teilnahme des Integrationshauses und der Stiftung KalkGestalten bei der google-impact-Challenge. Für ihr gemeinsames Projekt "Sei dabei! Für Dich - Für Mich - Für Alle" hatten die beiden Institutionen bei dem bundesweiten Wettbewerb ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro gewonnen, das vollständig in die Etablierung des neuen Willkommensbüros investiert wird. Weitere finanzielle Unterstützung in Höhe von 1.400 Euro gibt es durch den Erlös einer Tombola, den die Stiftung KalkGestalten bei ihrem diesjährigen Benefiz-Ball veranstaltete sowie einer Spende von der Beratungsgesellschaft Meyerthole-Siems-Kohlruss in Höhe von 2.000 Euro.

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