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24. November 2022 - "Nachhaltigkeit - vorne ist da, wo niemand Bescheid weiß“

Nachhaltigkeit - vorne ist da, wo niemand Bescheid weiß. Dieser These gingen Dr. Jan Keller (Mitglied des Vorstands, Vereinigte Hagelversicherung VVaG) und Dr. Andreas Meyerthole (MSK-Geschäftsführer) in der 7. Aktuariellen Stunde nach. Im Fokus standen dabei zunächst die Auswirkungen des Klimawandels auf die Versicherungstechnik. Dr. Keller und Dr. Meyerthole diskutierten, inwiefern sich prognostizierte Veränderungen von Naturgefahren auf das Schadengeschehen auswirken könnten. Ein weiteres Thema war die Analyse von Klimawandelrisiken im Rahmen des ORSA. Die MSK-Beraterin Anne Blauth stellte die aufsichtsrechtlichen Anforderungen vor und präsentierte praktische Umsetzungsbeispiele.

 

23. September 2022 - "Gekommen, um zu bleiben? - Gedanken zur Inflation“

Ist die Inflation gekommen, um zu bleiben? Auf diese Frage spitzten Mag. Thomas Neusiedler (Vorsitzender des Vorstandes bei den Helvetia Versicherungen Österreich) und Onnen Siems (MSK-Geschäftsführer) die Debatte zu, die sie im Rahmen der 6. Aktuariellen Stunde miteinander führten. Herr Mag. Neusiedler schilderte die Belastungen, vor denen die Versicherungsbranche in Österreich durch die Inflation steht und ging auf Strategien ein, die die Versicherer hierbei nutzen. Prognosen, wie sich die Inflation im nächsten Jahr entwickeln könnte, stellte der leitende MSK-Berater Ralf Assenmacher vor. Auszugehen sei davon, dass die Inflation weiterhin deutlich erhöht bleiben werde. Die Zuschauer:innen schätzen das Inflationsniveau für 2023 auf 7,9%, wie eine Mentimeter-Umfrage ergab. Was dort möglicherweise verpasst wird, lässt sich dann nur über einen längeren Zeitraum wieder korrigieren.

 

21. Juli 2022 - "Profund oder pro forma – was hat Solvency II gebracht?“

Durch Solvency II können wir nachweisen, dass die deutschen Schaden- und Unfallversicherer tatsächlich über dreimal so viele Eigenmittel verfügen wie sie in den Geschäftsberichten nach HGB zeigen“, berichtete Eva Remberg aus einer MSK-Studie. Haupttreiber sind der Wegfall der Schwankungsrückstellung sowie die stillen Reserven auf der Aktiv- sowie Passivseite. Frank Esser bestätigte die Ergebnisse für sein Haus und erklärte, dass sich der Aufsichtsrat der Rheinland zunehmend für die neue Aufsichtswelt interessiere und entsprechende Auswertungen verlange. Besonders die prospektive Blickrichtung in der unternehmensindividuellen Betrachtung (ORSA) hielt Esser im Hinblick auf Klimawandelrisiken und Rückversicherungsordnung für hilfreich. So beschäftige sich sein Haus mit der Frage, welche Schäden im Bestand der RheinLand entstünden, falls ähnliche Regenmengen wie im Ahrtal in anderen Regionen Deutschlands niedergingen. Auf der anderen Seite kritisierte Esser den administrativen Aufwand von Solvency II. So steckt die Rheinland genauso viel Zeit in die Erstellung der vier Quartalsmeldungen wie in die Erstellung der Jahresmeldung. Optimistisch blickten die Diskussionsteilnehmer auf die anstehende Überarbeitung des nicht mehr ganz neuen Aufsichtsregimes.

 

12. Mai 2022 - "Rechtsschutz - Alles VUCA oder was?"

Die Sparte Rechtsschutz sieht sich immer häufiger mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Einordnen lassen sich die Veränderungen mit Hilfe des Begriffs VUCA*, wie Dr. Stefan Ostermeier (Deutsche Rückversicherung AG) und Onnen Siems (Meyerthole Siems Kohlruss (MSK)) in der vierten Aktuariellen Stunde festhielten. In den vergangenen Jahren sorgten Kumul-Ereignisse teils für enorme Schadenkosten bei gleichzeitiger Komplexität und Uneindeutigkeit im Verlauf (*VUCA – Akronym aus „Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity“). Dies gilt auch für Unternehmen der Legal-Tech-Szene, die innovativ und teils sogar disruptiv im Markt wirken. Um sich zu wappnen, sollten Versicherer ihre Daten gezielt aufbereiten und das Geschehen aufmerksam beobachten. Einordnungen, Überblicke und Kennzahlen, die den Markt prägen, lieferte der Projektleiter des Rechtsschutz-Datenpools Michael Behnes.

 

31. März 2022 - "Was hat die Branche aus dem Hochwasser an der Ahr gelernt?"

"Was hat die Branche aus dem Hochwasser an der Ahr gelernt?" – dieser Frage folgten Jonas Krotzek (Zentralbereichsleiter Deutschland der E+S Rückversicherung AG) und Dr. Andreas Meyerthole (Geschäftsführer von Meyerthole Siems Kohlruss (MSK)) am 31. März 2022 in einer engagierten Diskussion. Bei der Fragestellung, ob das Hochwasser an der Ahr Anpassungen am Standardmodell erforderlich macht, gehen die Meinungen ebenso auseinander wie bei der Einschätzung, ob die Erst- und Rückversicherungsprämien auch nach BERND noch angemessen sind. Doch sowohl Erst- als auch Rückversicherer müssen aus den Ereignissen die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen. Fundierte Kennzahlen und Einordnungen lieferten Tommy Berg und Johannes Paschetag.

 

27. Januar 2022 - "Unfallversicherung ohne Risikoprüfung – ist das die Zukunft der Branche?"

"Unfallversicherung ohne Risikoprüfung – ist das die Zukunft der Branche?" – entlang dieser Leitfrage diskutierten am 27. Januar 2022 Michael Zindler (Direktionsbevollmächtigter/Underwriter Privatkunden Komposit SHU bei Gothaer Allgemeine Versicherung AG) und Onnen Siems (Geschäftsführer von Meyerthole Siems Kohlruss (MSK)) angeregt miteinander. Das Fazit: Schlanke Produkte, die auf Gesundheitsfragen und/oder Mitwirkung verzichten, sind ein spürbarer Trend im Markt – der im Vertrieb gern gesehen ist, aber für den Versicherer eine gefährliche Negativselektion bringen kann. Ein delikates Spannungsfeld, in dem es auf die richtigen Instrumente ankommt. Einblicke in die Risikoprüfungen im Versicherungsmarkt gab Florian Bohl.