Martin Thaler, pro-contra online, vom 1. November 2017

Das jüngste Sturmtief ist den deutschen Versicherern teuer zu stehen gekommen. "Herwart" übertraf damit die anderen Stürme in diesem Jahr - doch die Sturmsaison hat gerade erst begonnen.

Am Wochenende rauschte Sturmtief Herwart über Deutschland – die Auswirkungen sind teils noch sichtbar. So liegt vor der ostfriesischen Insel Langeoog das Frachtschiff „Glory Amsterdam“ auf Grund – wann dieser geborgen werden kann, ist derzeit noch ungewiss. Bewohner des ostfriesischen Eilands schauen derweil mit bangen Blick aufs Meer – eine Naturkatastrophe würde nicht nur das empfindliche Ökosystem Wattenmeer schwer treffen, auch der Tourismus würde durch ein solches Ereignis wohl hart in Mitleidenschaft gezogen werden. 

Dabei hat Sturm Herwart bereits jetzt für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. „Nach unseren Berechnungen bringt Sturm Herwart einen versicherten Sachschaden in Höhe von 250 Millionen Euro für die deutschen Versicherer“, erklärt Onnen Siems, Geschäftsführer der aktuariellen Beratungsfirma Meyerthole Siems Kohlruss. 

Teuerster Sturm

Damit ist Herwart in diesem Jahr nicht nur bereits der vierte Sturm, der für einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich sorgte, sondern auch der teuerste. 
Zum Vergleich: Der geschätzte Schaden beim Januar-Sturm Paul belief sich auf 100 Millionen Euro, ebenso wie Sturmtief Thomas im Februar. Herbststurm Xavier, der Anfang Oktober über Deutschland zog, verursachte indes Kosten für die Versicherer in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro. 

„Zusammen mit dem Sommerereignis Paul vom Juni liegt die Schadensbelastung der Versicherungswirtschaft in Deutschland schon bei über einer Milliarde Euro in diesem Jahr, und die Wintersturmsaison hat gerade erst begonnen“, kommentiert Onnen Siems.

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