AssCompact. Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement, vom 22. August 2013

Nach Schätzung der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) nähern sich die extremen Wetterschäden in Deutschland einer Höhe von 5 Mrd. Euro – und das noch vor Beginn der Wintersturmsaison. Nach 2,5 Mrd. Euro versicherter Schäden für das Hochwasser im Juni kommen noch einmal 1,5 Mrd. Euro durch Tiefdruckgebiet „Andreas“ Ende Juli hinzu. Bisher kaum beachtet wurden die Schäden durch „Manni/Norbert“ im Juni, die MSK auf 500 Mio. Euro schätzt. Das jüngste Hagelereignis „Dirk“ ist dabei noch unberücksichtigt. Die ersten Schadenprognosen für „Andreas“ lagen meist zu niedrig. „Schadenupdates der Versicherer zeigen deutliche Steigerungen des Schadenausmaßes“, sagt Dr. Ulrich Ebel, Meteorologe bei MSK. „Es teilt sich in 800 Mio. Euro für Kfz-Kasko und 700 Mio. Euro für Sach (Gebäude)“, so Ebel weiter.

„Einzelne Versicherer kaufen jetzt schon Rückversicherung nach, da ihre Haftungsstrecken abgeräumt sind“, erläutert Onnen Siems, MSK-Geschäftsführer. „Alleine die Kasko-Schäden aus Flut und Hagel in der Autoversicherung betragen seit Jahresbeginn bereits 1,1 Mrd. Euro. Das wird die kombinierte Schadenkosten-Quote bei den Autoversicherern im Schnitt um 12 Prozentpunkte verschlechtern“, so Siems weiter. „Die lang erwartete positive Trendwende im Kfz-Geschäft, die erst vor kurzem begonnen hat, wird damit unterbrochen. Erstversicherer werden darüber nachdenken, verstärkt Rückversicherungsschutz einzukaufen. Mit der Nachfrage steigt auch der Preis.“

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