Zonierung

In vielen Sparten ist eine tarifliche, regionale Differenzierung der Risiken noch kein Marktstandard, auch wenn die Erkenntnis über die Vorteile nicht neu ist. Eine gute Zonierung bietet mehr als nur eine visuelle Darstellung regionaler Schadenverhalten. Als wichtiger Bestandteil eines Risiko- oder Tarifmodells hat es sich Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) zur Aufgabe gemacht, einen Zonierungsalgorithmus zu entwickeln, der die Regionalisierung eines Risikos optimiert. Dieser Ansatz wurde 2016 mit dem SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften ausgezeichnet.

Obwohl eine fundierte Regionalisierung immer eine sehr hohe Datendichte voraussetzt, ist es mit Hilfe der Delaunay-Triangulation möglich, PLZ-Gebiete als Differenzierungsebene zu wählen, sodass eine noch granularere Differenzierung möglich ist als es zum Beispiel in sämtlichen Kraftfahrtsparten üblich ist. Der von MSK entwickelte Algorithmus sorgt dabei durch die Steuerungsmöglichkeit verschiedener Parameter stets für ein statistisch aussagekräftiges Modell. Somit ist es möglich, auch für Sparten wie Rechtsschutz oder gewerbliche Haftpflicht für verschiedene Segmente eigene Regionalisierungen zu erstellen.

Insbesondere wenn andere Marktteilnehmer beginnen, im Tarif regional zu differenzieren, müssen Versicherer nachziehen, um eine potenzielle Antiselektion zu vermeiden.